späteres Buch, von welchem Frau von Stasl nochnicht Kenntnis hatte, und dessen wir hier besonderserwähnen müssen. Es enthält die Denk- und Gc-fühlswcisc des Orients, in blühenden Liedern undkernigen Sprüchen; und Das duftet und glüht darin,wie ein Harem voll verliebter Odaliskcn mit schwar-zen geschminkten Gazcllcnaugen und sehnsüchtig weißenArmen. Es ist dem Leser dabei so schauerlich lüsternzu Muthe, wie dem glücklichen Gaspar Dcburcan,als er in Konstantinopcl oben ans der Leiter stand,und äs baut SN das Dasjenige sah, was der Be-herrscher der Gläubigen nur cks das en dant zusehen Pflegt. Manchmal ist dem Leser auch zu Muthe,als läge er behaglich ausgestreckt auf einem persi-schen Tcppich, und rauche aus einer langröhrigeuWasserpfeife den gelben Tabak von Turkistan, wäh-rend eine schwarze Sklavin ihm mit einem buntenPfauenwcdcl Kühlung zuweht, und ein schöner Knabeihm eine Schale mit echtem Mokka-Kasse darreicht;— den berauschendsten Lcbcnsgcnuss hat hier Goethein Verse gebracht, und diese sind so leicht, so glück-lich, so hingehaucht, so ätherisch, dass man sich wun-dert, wie Dergleichen in deutscher Sprache möglichwar. Dabei gicbt er auch in Prosa die allcrschönstcnErklärungen über Sitten und Treiben im Morgen-lande, über das patriarchalische Leben der Araber;
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