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Philosophie verlangt wird. Nur dort konnte er sotief in des Denkens Abgründe sich versenken, dass eres in den letzten Gründen dcS Sclbstbcwusstscinsertappte, und er eben durch den Gedanken dasSclbstbcwusstscin konstatieren konnte, in dem welt-berühmten Satze: lüog-ito, oi-Ao sum.
Aber auch vielleicht nirgends anders als inHolland konnte Dcscartcs es wagen, eine Philoso-phie zu lehren, die mit allen Traditionen der Ver-gangenheit in den offenbarsten Kampf gerieth. Ihmgebührt die Ehre, die Autonomie der Philosophiegestiftet zu haben; diese brauchte nicht mehr dieErlaubnis zum Denken von der Theologie zu er-betteln und durste sich jetzt als sclbstständige Wissen-schaft neben dieselbe hinstellen. Ich sage nicht:derselben entgegensetzen, denn es galt damals derGrundsatz: die Wahrheiten, wozu wir durch diePhilosophie gelangen, sind am Ende dieselben,welche uns auch die Religion überliefert. Die Scho-lastiker, wie ich schon früher bemerkt, hatten hingegender Religion nicht bloß die Suprematie über diePhilosophie eingeräumt, sondern auch diese letzterefür ein nichtiges Spiel, für eitel Wortfechterei er-klärt, sobald sie mit den Dogmen der Religion inWiderspruch gerieth. Den Scholastikern war es nurdarum zu thun, ihre Gedanken auszusprechen, gleich-