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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
274
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ist toll! Fast menschlich sah das unglückliche Thieraus in seiner Todesangst, wie Thränen floss dasWasser aus seinen Augen, und als er keuchend anmir vorbei rann und sein feuchter Blick an michhinstreiftc, erkannte ich meinen alten Freund, dengelehrten Hund, den Lobredner von Lord Welling-ton, der einst das Volk von England mit Bewun-derung erfüllt. War er vielleicht wirklich toll? Warer vielleicht vor lauter Gelehrsamkeit übergeschnappt,als er im Quartier Latin seine Studien fortsetzte?Oder hatte er vielleicht in der Sorbonne durchsein Scharren und Knurren seine Missbilligungzu erkennen gegeben über die pausbäckigen Char-latanericu irgend eines Professors, der sich seinesungünstigen Zuhörers dadurch zu entledigen suchte,dass er ihn für toll erklärte? Und ach! die Jugenduntersucht nicht lange, ob es verletzter Gelehrtcn-dünkel oder gar Brotneid war, welcher zuerst aus-rief: Der Hund ist toll! und sie schlägt zu mitihren gedankenlosen Stöcken, und auch die altenWeiber sind dann bereit mit ihrem Geheule, undsie überschreien die Stimme der Unschuld und derVernunft. Mein armer Freund musste unterliegen,vor meinen Augen wurde er erbärmlich todtgcschla-gcn, verhöhnt, und endlich auf einen Misthaufengeworfen! Armer Märtyrer der Gelehrsamkeit!