Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
128
Einzelbild herunterladen
 

leibhaftig vor mir sitzen, mit dem einzigen Zahnin dem Munde, und hastig bewegte sie wieder dieLippen, und erzählte die Geschichte vom fliegendenHolländer.

Ich hätte gern die Mcernixen gesehen, dieans weißen Klippen sitzen und ihr grünes Haarkämmen; aber ich konnte sie nur singen hören.

Wie angestrengt ich auch manchmal in dieklare See hinabschautc, so konnte ich doch nichtdie versunkenen Städte sehen, worin die Menschen,in allerlei Fischgcstalten verwünscht, ein tiefes,wundcrticfes Wasscrlebcn führen. Es heißt, dieLachse und alte Rochen sitzen dort, wie Damengeputzt, am Fenster und fächern sich und guckenhinab auf die Straße, wo Schellfische in Raths-herrentracht vorbcischwimmcn, wo junge Mode-heringe nach ihnen hinauflorgnieren, und wo Krab-ben, Hummer und sonstig niedriges Krebsvolkumhcrwimmelt. Ich habe aber nicht so tief hinab-sehen können, und nur die Glocken hörte ich nutenläuten.

In der Nacht sah ich mal ein großes Schiffmit ausgespannten blutrotsten Segeln vorbeifahren,dass es aussah wie ein dunkler Riese in einemweiten Scharlachmantel. War Das der fliegendeHolländer?