Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
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worin alle Thierarten der Arche Noäh grellfarbiggestickt, ein Wams von Goldstoff wie ein Kürass,die Ärmel von rothem Sammt, gelb geschlitzt,auf dem Haupte eine unmenschlich hohe Mütze,um den Hals eine allmächtige Krause von weißemSteiflinnen, so wie auch eine silberne Kette, woranallerlei Schaupfennige, Kameen und Raritäten,unter andern ein großes Bild der Stadt Amster-dam, bis über den Busen herabhingen. Aber dieKleidung der übrigen Frauen war nicht mindermerkwürdig und bestand wohl aus einem Gemischevon Moden verschiedener Zeiten, und manchesWeiblein, bedeckt mit Gold und Diamanten, glicheinem wandelnden Juwelierladen. Es war freilichden Frankfurter Juden damals eine bestimmteKleidung gesetzlich vorgeschrieben, und zur Unter-scheidung von den Christen sollten die Männeran ihren Mänteln gelbe Ringe und die Weiberan ihren Mützen hochaufstchende blaugestrcifteSchleier tragen. Jedoch im Zudenquartier wurdediese obrigkeitliche Verordnung wenig beachtet, unddort, besonders an Festtagen und zumal in derSynagoge, suchten die Weiber so viel Kleider-pracht als möglich gegen einander auszukramen,theils um sich beneiden zu lassen, theils auch um