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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
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Genossen und liest ihnen vor aus einem abenteuer-lichen Buche, das die Agade heißt, und dessen In-halt eine seltsame Mischung ist von Sagen derVorfahren, Wundergeschichtcn ans Ägypten, kurio-sen Erzählungen, Streitfragen, Gebeten und Fest-liedern. Eine große Abendmahlzeit wird in dieMitte dieser Feier eingeschoben, und sogar währenddes Vorlescns wird zu bestimmten Zeiten Etwasvon den symbolischen Gerichten gekostet, so wiealsdann auch Stückchen von dem ungesäuerten Brotegegessen und vier Becher rothen Weines getrunkenwerden. Wehmüthig heiter, ernsthaft spielend undmärchenhaft geheimnisvoll ist der Charakter dieserAbendfeier, und der herkömmlich singende Ton,womit die Agade von dem Hausvater vorgelesenund zuweilen chorartig von den Zuhörern nachge-sprochen wird, klingt so schauervoll innig, so müt-terlich einlullend, und zugleich so hastig aufweckend,dass selbst diejenigen Juden, die längst von demGlauben ihrer Bätcr abgefallen und fremden Freu-den und Ehren nachgejagt sind, im tiefsten Herzenerschüttert werden, wenn ihnen die alten wohlbe-kannten Paschaklänge zufällig ins Ohr dringen.

Im großen Saale seines Hauses saß einstRabbi Abraham, und mit seinen Anverwandten,Schülern und übrigen Gästen beging er die Abend-