Töne eine selige Harmonie . . . Die Wasser er-klangen von unerhörtem Wohllaut, und branntenim magischen Wicdcrschcin der Fackeln, und die bunt-bewimpelten Luftschiffe mit ihrer abenteuerlichenMaskcnwelt schwammen in Licht und Musik . . .Eine anmuthigc Frauengestalt, die am Steuer einerjener Barken stand, rief mir im Vorbeifahren:Nicht wahr, mein Freund, du hättest gern eineDefinition von der Shakspcare'schen Komödie? Ichweiß nicht, ob ich es bejahte, aber das schöne Weibhatte zu gleicher Zeit ihre Hand ins Wasser ge-taucht und mir die klingenden Funken ins Gesichtgespritzt, so dass ein allgemeines Gelächter erscholl,und ich davon erwachte.
Wer war jene anmuthigc Frauengestalt, diemich solchermaßen im Traume neckte? Auf ihremidcalisch schönen Haupte saß eine buntscheckige ge-hörnte Schellenkappe, ein weißes Atlaskleid mitflatternden Bändern umschloss die fast allzu schlan-ken Glieder, und vor der Brust trug sie eine roth-blühendc Distel. Es war vielleicht die Göttin derKaprice, jene sonderbare Muse, die bei der GeburtNosalindens, Beatrice's, Titania's, Viola's und wiesie sonst heißen, die lieblichen Kinder der Shak-spenrc'schcn Komödie, zugegen war und ihnen dieStirne küsste. Sie hat wohl alle ihre Launen und