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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
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Du weißt, die Nacht verschleiert mein Gesicht,

Sonst färbte Mädcheuröthe meine WangenUm Das, was du vorhin mich sagen hörtest.

Gern hielt' ich streng auf Sitte, möchte gernVerleugnen, was ich sprach — doch weg mit Förmlichkeit!Sag, liebst du mich? Ich weiß, du wirst's bejahn,Und will dem Worte traun; doch wenn du schwörst,So kannst du treulos werden; wie sie sagen,

Lacht Jupiter des Meineids der Verliebten.

O holder Romeo, wenn du mich liebst,

Sag's ohne Falsch! Doch dächtest du, ich seiZu schnell besiegt, so will ich finster blicken,

Will widerspenstig sein und Nein dir sagen,

So du dann werben willst — sonst nicht um Alles.Gewiss, mein Montague, ich bin zu herzlich;Du könntest denken, ich sei leichten Sinns.

Doch glaube. Mann, ich werde treuer seinAls sie, die fremd zu thnn geschickter sind.

Auch ich, bekenn' ich, hätte fremd gethan,

Wär' ich von dir, eh ich's gewahrte, nichtBelauscht in Liebesklagen. Drum vergieb!

Schilt diese Hingebung nicht Flatterliebe,

Die so die stille Nacht vcrrathcn hat!