262
umstürmten Königsberg ertönte ein lebensfrohes: (laue!«-amus izitur! und dem der köstlichen Feier zur Ehre ange-ordneten und gegebenen glänzenden Balle wohnten der Kö-nig und die Königinn bei. Mit welchem Blick mögen dieKöniglichen Eltern Ihren hohen Sohn, den Erben des Thro-nes, in seiner neuen Würde angesehen und an sich gedrückthaben! Die irdische Macht war in dieser vcrhängnißvollenZeit gebrochen und lag in Trümmern umher; aber die In-signier! und Symbole der Wissenschaften und ihrer unver-gänglichen Wahrheit glänzten am dunkeln Himmel wie derewige Morgenstern neu auf. Ein solches Licht trügt nichtund ein Landesherr und Volk, welches in seinen Vätern esin sich trägt, nährt und pflegt, kann nicht untergehen, undwird und inuß nach jeder kürzern oder längern Unterdrückungmit elastischer Stärke wie neugeboren sich immer wieder er-heben. Darin und in diesem reinen, frischen und freienElemente hat Preußen seine Stellung und Aufgabe. SeineHerrscher haben sie verstanden und entwickelt von des gro-ßen Churfürsten Zeiten an, und Friedrich Wilhelm III. be-gann, nach tiefem Falle, die Restauration des Staates, beidrückendem Geldmangel, mit der Gründung und reichen Do-tirung der Universität zu Berlin, und kaum mächtig geworden des deutschen Rhcinstromes, war an dessen schönen Uferndie Stiftung einer Hochschule Sein erstes Werk. Wo Lichtist, da ist auch Freiheit, Wärme, Leben und Gedeihen. Undwelche Hoffnung, welche Weissagung! Schon in seinemI3ten Jahre nahm Friedrich Wilhelm IV. den sanften undkühnen Scepter der Wissenschaften in Seine feste Hand,fortzusetzen und höher zu führen das große Werk unsterb-licher Ahnherren, und der erquickende Trost reicher Ahnungenerfüllte das Herz des Königlichen Vaters und der herrlichen