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2,1 (1844)
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die Landesmutter zu sein, entzückt mich. Ich kann unddarf nicht von ihm lassen und muß helfen überall, wo esnoch thut." „Nun gut," crwicdcrte Wolter, „dann willich's dem Könige sagen." „Aber, doch so," bemerkte die Kö-niginn, „daß Er ja nicht böse wird!" Und Er, der zärt-liche, glückliche Gemahl, ebenso gesinnt und ebenso handelnd,zürnte nicht : denn bald nachher fand die Königinn die Schub-lade Ihres Schreibepultes wieder gefüllt. „Welcher Engel,"fragte Sie dann, „hat mir das wieder hinein gelegt?" „DerEngel," crwiederte der König, „ist Legion; ich weiß nicht,wie er heißt, und ich kenne nur Einen: aber Du ken-nest ja den schönen Spruch: „Seinen Freunden giebt er esschlafend." Psalm 127.

Große Freude machte es Ihr vorzüglich auch, diesemWohlthätigkeitssinne folgen zu können auf Reisen. Reisenwar Ihre Lust. Fast jedes Jahr besuchte der König ent-fernte Provinzen Seiner Staaten, und die Königinn schloßsich fröhlich an und war gewöhnlich Seine Gefährtinn. Ihrangeborener und ausgebildeter Schönheitssinn fand reichen,erhebenden Genuß in dem stillen, sinnigen Anschauen derNatur, im tausendfachen Wechsel ihrer wunderbaren Werke.Alle Ihre Sinne waren dafür geöffnet und dem Sie umströ-menden Geiste, in dem großen und freien Tempel der Schö-pfung, auf Bergen, in Thälern und Fluren, gab Sie sichhin in lauter, stiller Wonne. Der Auf- und Untergang derSonne, eine mondhelle, hehre Sterncnnacht, gab Ihrer rei-chen und reinen Phantasie Schwingen; und der Anblick einer

So erzählte die Königinn. nachher es dem Wolter, der mirselbst dieß mittheilte.