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unsterblicher Enkel Friedrich der Große sagt von ihr: „Siewar eine Fürstinn von ausgezeichnetem Verdienst, welche alleReize ihres Geschlechts mit einem hellen Verstände und hoherGeistesanmuth vereinigte. Sie verband das Genie eines gro-ßen Mannes mit den Kenntnissen eines Gelehrten und ganzverstand Sic Leibnitz, Ihren Lehrer und Liebling; die Grün-dung und Stiftung der Societat der Wissenschaften (1706)durch ihn war vorzüglich ihr Werk." „Glauben Sie nicht,"schrieb sie zur Zeit der Königs-Krönung aus Königsbergan Leibnitz, „daß ich die Herrlichkeiten und Kronen, auf dieman hier so großen Werth legt, den philosophischen Unter-haltungen vorziehe, die wir zu Charlottenburg geführt haben."Zu einer Hofdame, die während ihres letzten Krankenlagersin Thränen zerfloß, sagte die Königinn: „Beklagen Sie michnicht, denn ich gehe jetzt, meine Wißbegierde zu befriedigenüber die Urgründe der Dinge, die mir Leibnitz nie hat erklä-ren können, über Zeit und Raum, das Unendliche, das Seinund das Nichts."*) „Ich ehre und verehre das," schloßdie Königinn Luise; „doch zieht's mich nicht an."
Weiter gehend, sprach Sie aber: „Da ist ein liebesBild, das lächelt mir entgegen wie ein Engel, und fülletmeine ganze Seele." Sie stand vor dem Gemälde der Ge-mahlinn des großen Churfürsten Friedrich Wilhelm, LuiseHenriette, Prinzcsstnn von Oranien (IK4K). Mit erhöhter,warmer Stimme fuhr Sie dann fort: „O mein Gott, welch'ein Ehepaar! Er, der große Churfürst, ein Held im Kriege,
*) Siehe die lehrreiche und anziehende Schrift: „llcben der Kö-niginn von Preußen Sophie Charlotte, von Barnhagen vonEnse. Berlin, 1837., bei Duncker und Humblot."