Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
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sich auch schneller und verlieren bald, ohne stete Wachsamkeitauf sich selbst, die wahre Anmuth. Was bei tüchtigen Män-nern als Festigkeit und Energie sich herausstellt, und oft selbstals männlicher Trotz, wenngleich nicht als das Rechte, den-noch gefallen kann, erscheint bei weiblichen Charakteren, na-mentlich in den höheren und höchsten Sphären, als abstoßen-der, kalter, widerwärtiger Hochmuts,; die Huutesse wirddann bald Iiuutin, wovon sich nun jedes freie, edle Gemüthwegwendet. Was bei Männern als trüber Ernst, der ihnenwohl anstehet, sichtbar wird, schlägt rasch bei Frauen umund wird Laune, mit dem widrigen Eindrucke des Eigen-sinns. Was bei Männern weise Sparsamkeit ist, verwan-delt sich bei Frauen bald in kleinliche, jede häusliche Freudestörende Knickerei. Was bei Jenen als bald verrauchenderZorn ausbricht, wird bei Diesen nörgelnde, quälende Hader-hastigkeit. Geheime Sünden, die Jene lange ungestraft, ohnefühlbare nachtheilige Folgen üben (weil ihr Amt und Berufsie wieder abzieht, in Anspruch nimmt, und in der Tätig-keit stählt), die bringen der still brütenden, hegenden weibli-chen Natur schnell das zerstörende, verunstaltende Gift.Gerade darum, weil sie reiner, zarter, weicher und sanfterbesaitet ist und in dieser Beziehung höher steht, fällt sie,einmal im Sinken, auch rascher und tiefer. Das furchtbarernste, erschreckende Wort:So Jemand das ganzeGesetz hält und sündiget am Einem, der ist esganz schuldig," findet bei dem zarten Geschlecht eher seineAnwendung, als bei dem männlichen. In ihrem weichenwarmen Boden wächst und wuchert die geheime entsetzlicheVerwandtschaft der Laster üppiger, und umschlingt baldmit ihren Polypen, deren Vielfüße eilen und deren Vielarmefesthalten. Nirgends sind die Contraste größer, schneidender