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1 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 1
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367
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Klagen einer Hauswirthin. 367

allein allen bösen Schein, sondern auch alle Versuchungund Gelegenheit zu fliehen.

Der Rechtsgelehrte halt jeden für einen ehrlichenMann, bis daß das Gegentheil erwiesen ist. Dies giltvon äußerlichen Handlungen, welche der Richter zu be-strafen hat. Die Sittenlehre halt alle Menschen für armeSünder, um sie zu nöthigen, durch eine bestandige Thä-tigkeit in guten Handlungen zum allgemeinen Besten dasGegentheil zu zeigen. Der strenge Moralist sieht alles vonder schlimmsten Seite an. Er sieht einen ruhigen Mann fürfaul, einen unglücklichen für schuldig, einen Bettler fürdiebisch, und eine zu freye Person für liederlich au, umdie gegenseitigen Tugenden so viel eher zu erzwingen.

I.XVI.

Klagen einer Hauswirthin.

^ch weiß mit Wahrheit nicht, wie ein? ehrliche Fraudiesen Winter (1770) sich mit ihrem Haushalt nochdurchbringen will, da alles, was zur Leibes Nothdurftiind Nahrung gehöret, immer theurer wird, und so we-nig aus Holland als Ostsricsland Butter für Geld zu be-kommen ist.

Dabey nimmt der Unglaube so sehr überhand, daßauch das Gesinde die Furcht Gottes ganz außer Augensetzt, und sich nicht mehr mit redlicher Kost begnügenwill. Wo die Schweine es nicht noch einigermaßen wie-der gut machen: so sehe ich keinen Rath. Denn daseingeschlachtcte Kuhfleisch verschwindet im Topfe, undfettes Vieh will man wegen der leidigen Seuche noch»licht durchlassen. Talg und Käse sind natürlicher Weiseauch gestiegen; und die Ostfriesen werden uns ihr Nüb-

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