zu einer westfälischen Biographie. z6i
che» Biographen warten soll, wie die Engländer undFranzosen haben. Daher ist es nötbig, auf eine einhei-mische Anstalt zu denken, wofern wir nicht den Nutzen,welchen die Ehre nach dem Tode, dieser großeobgleich unerklärliche Bewegungsgrund, dem gemei-nen Wesen ohne viele Kosten verschafft, ganz verlierenwollen.
Unser Stift ist zu klein, um allein etwas zu unter-nehmen. Allein Westphalen ist groß genug, und das Le-ben eines Wesiphälingers kann wenigstens alle seine Lan-desleute intereßiren; es kann Nutzen und Nachahmungerwecken; da man sich einander kennt, oder doch an sei-nen Landeslcuten einen nähern Authcil, als an Fremdennimmt. Wir haben große Männer gehabt; und es istzu glauben, daß die Familien, welche dergleichen unterihre Ahnen zählen, die Nachrichten gern mittheilen wer-den, sobald sie sehen, daß ein so nützlicher Gebrauch da-von gemacht werden soll. Wir können auch Künstler,Maler und Bildhauer ausweisen, die entweder von frem-den Biographen mit Stillschweigen übergangen oder auffremde Rechnung geschrieben worden. Wie ist es unsnicht mit dem bekannten Israel von Mccheln gegangen,der nicht weit von Lokholt im Stifte Münster z» Hausewar, dort gelebt und gearbeitet hat? Der jüngst verstor-bene Canzler von Brabaud, Hr. von Crnmpvpen, wareines Schmids Sohn ans Warburg. Er selbst hat es inseinem Leben keinem verhehlet; aber seine Nachkommenkönnten es leicht vergessen. Die Geschichte solcher Lan-desleute, die steh durch eigne Verdienste haben heben müs-sen, bleibt aber allemal angenehm und nützlich; nnd dasLeben eines Grafen von Ostermann ist wichtiger, als dieSammlung aller Thaten von manchem gebohrncnNeichs-fürsten. Es sind aber nicht blos diese Art von Cometen,die nur selten erscheinen, deren wunderbaren Lauf eine