Herrn Schwiegervater. 5
Weib, kannst du noch die Ehre haben, ein Originalzu werden; du kannst dich freywillig herablassen, nndalle die Entoillage, alle diese grosse-Braute, und die-sen verdammten Marl», welcher dem gemeinen Bestenjetzt hundert tausend Hände stiehlt, mit einer schickli-cher» Kleidung vertauschen, ohne darüber reth werdenzu dürfen. Gott hat uns Mittel gegeben; daher kön-nen wir es mit Austand thuu. Wir können keinenglücklichcru Gebrauch von unserm Vermögen machen,als wenn wir die schwachen Töchter, welchen nichtsals ein großes Exempel fehlet, vor der Versuchung be-wahren, in gleiche Ausschweifung zu fallen. Die Müt-ter werden dich preisen, und die Väter mit Vergnü-gen auf ihre Kinder sehen, wenn sie solche nicht mehrals kostbare Zierpuppen betrachten dürfen; und wiezärtlich, wie aufrichtig wird dir das minder beglückteaber auch ehrgeitzige Mädchen danken, welches sich jetzt,da es ihm an dem Vermögen zu so vielen überflüßigenNothweudigkeiteu fehlet, entweder versteckt, oder füreine neue Frisur ihre Unschuld aufopfert. Alle unserejetzigen Moden haben blos das Verdienst des wunder-baren, des ausschweifenden und des kostbaren. Sietragen nichts zur Erhöhung deiner Reitzungen bep.Diese werden vielmehr nur versteckt, beladen, und aufeine recht gothische Art verziert. Neuigkeit und Ein-bildung haben zwar ihre Rechte; und ich verlange nicht,daß du diese verleugnen mögest. Allein hebe dich ein-mal ans dem Schwärm so vieler verdienstlosen Affen;erweitere deine Einbildung, und erwege, ob nicht eineheroische Verachtung aller Modesclaven etwas eben soneues, und eben so reizendes für deine Einbildung seyirwerde, als alles, was dein Kammermädchen mit ei-nem diebischen Blicke der Hofdame entwenden kann?Hs ist jetzt die Mode a la grecque zu sepn; und diese
A z sollte