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und gewiß kam man dem Feuer bald nicht mehr blosdurch das höchst unzureichende Blasen mir dem Munde,sondern dadurch zu Hülfe, daß man Lust aus voller Lungedurch ein Stück Schilfrohr in die Flamme trieb. Späterersetzte man das zerbrechliche natürliche Rohr durch einkünstlich ausgehöhltes Stück Holz, und mit der Zeit über-trug man das Wind-Anfachen selbst von den Lungen aufdie Hände, indem man, in treuer Nachahmung der Lungen,ein Paar Breter durch Lederstücke verband, und so unfernnoch jetzt gewöhnlichen Küchcnblasebalg schuf, den die Grie-chen und Römer recht gut gekannt haben.
Nach Strabo soll der scythische Philosoph Ana-charsis, der zu Solon's Zeiten lebte und durch die inneuerer Zeit ihm von Barthelemy angedichtete Reisedurch Griechenland auch unter uns so allgemein bekanntgeworden ist — außer dem Schisss-Anker und der Töpfer-Scheibe auch den Blasebalg erfunden haben; alleinandere griechische Schriftsteller, die von des AnacharsisErfindungen sprechen, schweigen gerade über den Blasebalgganz, so daß Strabo's Angabe höchst zweifelhaft erscheint.Vielleicht hat Anacharsis blos auf seinen Reisen zur Ver-breitung dieses Instrumentes beigetragen*).
Daß in der alteren Zeit auch die zu der größerenFeuerarbeit auf Schmelzhütten u. dergl. nöthigen Blase-bälge nur dem gewöhnlichen Küchenblasebalge nachgebildetwaren, und blos von Menschen in Bewegung gesetzt wur-den, ist nach allen über solche Arbeiten vorhandenen histo-
*) Nähere Nachrichten über Anacharsis giebt Brucker ins. Uisturi» ciltiea pliitoso^Iliae, Th. I., Leipzig 17K7. 4.,S. 360.