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verrichten konnte; als aber namentlich in den größerenStädten die immer mehr zunehmende Volksmasse die höchsteRaum-Beschrankung bei der Bauart der Hauser nöthigmachte, und man also darauf verfiel, die Schornstein-Röhren nicht nur immer enger anzulegen, sondern auchviele Röhren in einander zu leiten, mußte das Reinigendieser zusammengezwängten Räume sich allmählig zu einemeigenen Gewerbe gestalten ^ wozu man vorzugsweise kleineKnaben erwählte, die mit ihrem geschmeidigen Körper vielleichter als Erwachsene in jenen engen Röhren sich hinund her bewegen konnten. Dabei gab die Beschwerlichkeitdes Geschäfts von selbst dazu Anlaß, daß man an vielenOrten den Schornsteinfeger-Meistern erlaubte, sich ihreLehrjungen aus der Zahl der Waisenknaben auszuwählen,die ohnedieß bei manchen andern Handwerkern nicht ohnegroße Schwierigkeiten und Unkosten angebracht werdenkonnten. Dock) wurden ehemals auch viele Knaben ausden deutschen Bergwerks-Districten, wie z. B. aus derHarzgegend, für dieses Geschäft verwendet.
Am traurigsten war das Geschick der zum Reinigender Essen bestimmten Knaben bisher noch immer in Eng-land. Dort bestand bis in die neueste Zeit noch immerder, zum Thcil durch die enge Bauart der Essen unter-stützte Mißbrauch, das Reinigungsgeschäft durch fünf- bissechsjährige, ja selbst vierjährige Kinder verrichten zu lassen,und durch diese, ihrem zarten Alter völlig unangemesseneArbeit allein in London jährlich eine Zahl von fünfhundertKin-dern und eben so viele im übrigen Königreiche physisch undmoralisch zu Krüppeln zu verderben. Schon vor länger alsvierzig Jahren ward in dieser Beziehung von dem Parla-lamente verordnet, kein Essenkehrer solle einen Lehrling an-