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Allerdings mag es für den ersten Augenblick jetzt Man-chem befremdend erscheinen, daß man so spar erst auf denGebrauch der Hufeisen verfiel. Indessen mußte der ersteGedanke, einem Thier Eisen unter die Füße zu nageln,denen, die noch nie davon gehört, doch gewiß sonderbarvorkommen; und vielleicht würden noch jetzt allerlei Zweifelgegen die Ausführung rege werden, wenn die Sache alsetwas völlig Neues zur Sprache käme. Ueberdieß kannman auch die Hufeisen keineswegs für völlig unentbehrlicherklären; vielmehr giebt es noch jetzt ganze Lander, woman den Pferden gar keine Hufeisen anlegt; wohin z. B.Aethiopien, Japan und die große Tarcarei gehören. Auchfindet man wicklich noch in Japan die uralten Ueberschuhe.Und eben so giebt es europäische Landstriche, wo man desweichen, sandigen Bodens wegen die Pferde nur zu ge-wissen Zeiten beschlägt. Ja, es würde wohl gar der Huf-beschlag nicht einmal so gemeinüblich geworden feyn, alser jetzt ist, wenn nicht die Straßen-Pflasterung immergebräuchlicher geworden wäre.
Die späteren griechischen Schriftsteller aus dem zehntenbis zwölften Jahrhundertc reden zuerst von „mondsichelför-mig gekrümmten, eisernen Sohlen" an den Füßen derPferde; und hierdurch erst wird die Existenz von Hufeisenwirklich angedeutet. Auch ist bei diesen Schriftstellern aus-drücklich von den Nägeln die Rede, die zu diesen Hufeisengebraucht wurden. Seitdem aber geschieht ihrer auch beimehreren italiänischen, französischen und englischen Schrift-stellern Erwähnung. Doch scheint man anfangs die Pferdenur f,ür die Dauer gewisser ungünstiger Jahreszeiten, wiedes Herbstes und Winters, beschlagen zu haben. Allmäh-lig sing man indessen an, die Vortheile gut beschaffener