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der Glastropfen in Deutschland den Glasfabrikanten schonseit mehr als fiebenzig Jahren bekannt sey. Es erschiendieselbe als eine so große Merkwürdigkeit, daß man sie baldüberall einer näheren Beobachtung unterwarf, ohne deneigentlichen Grund davon genau entdecken zu können. Dochblieb die Sache selbst nicht ohne praclischen Nutzen; dennman begann seitdem auf die Abkühlung des frisch gebla-senen Glases desto mehr Aufmerksamkeit zu wenden, undstellte so unermüdet Untersuchungen über das Verhältnißder Dehnbarkeit der Glasmaterie zu ihrer Zerbrech-lichkeit an, bis man die Kunst erfand, das Glas sogarzu spinnen und zu weben- worüber später ein beson-derer Aufsatz Nachricht geben soll.
Uebrigens mögen hierbei auch noch die sogenanntenKnallgläser erwähnt werden, d. h. die kleinen, herme-tisch versiegelten Gläser mit einem Tröpfchen Wasser, welcheauf glühenden Kohlen mit großem Lärm zerspringen. Siewurden schon um das Jahr 1675 zu Nürnberg verfertigt,und haben lange als belustigende Spielerei gedient *).
*) Vcrgl. zu diesem ganzen Artikel die beiden Aufsätze vonI. Beckmann über Braunstein und über Springgläser, im vier-ten Bande von dessen Beiträgen zur Geschichte der Erfindungen(Leipzig I79S. S.) S. 401 — 429.