181
lichkeit des baierischen Bieres. Leider weiß man aber beiuns so wenig von einer kunstgerechten Prüfung dieser Art,daß man häufig glaubt, nur das specisische Gewicht derBierzuthaten lasse sich messen, der geistige Gehalt des fer-tigen Bieres aber sey unerkennbar!
Indessen verdient es alle Anerkennung, daß unsere säch-sische Regierung wenigstens für Beförderung des inlan-dischen Anbaues der Hopfenpflanze in neuester Zeit durchVerthcilung guter Pflanzen, Zuerkennung von Prämienu. dergl. thätig zu wirken begonnen hat. Freilich aberwird es lange dauern, ehe sie ihren guten Zweck erreicht,das außerordentlich viele Geld, was für böhmischen undbaierischen Hopfen bis jetzt von Sachsen außer Landes geht,durch Erhöhung und Verbesserung des inländischen Anbauesden Unterthanen zu erhalten. Denn die Pflege der Hopfen-plantagen ist sehr mühsam, auch geben sie in den erstendrei bis vier Jahren nur wenig Ertrag. Vielleicht könnteman in einigen Gegenden Sachsens Hopfengärten auf öffent-liche Kosten anlegen und sie unter Leitung von Sachver-ständigen durch Waisenkinder in Stand erhalten lassen, da-mit erst der Hopfenbau wieder mehr die öffentliche Auf-merksamkeit in Anspruch nähme, und so einze'.ne Pri-vatleute nach und nach veranlaßt würden, diesen äußerstwichtigen Zweig der Industrie, der vor zweihundert Jahrenin unserem Sachsen in zehnmal besserem Schwung war,als jetzt, wieder in Aufnahme zu bringen.