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Unter dem Namen und der Gestalt der jetzt so sehrverbreiteten Cigarro's ist der ausländische Taback inDeutschland schon zu Ende des achtzehnten Jahrhundertsdurch die französische Armee bekannt geworden; verbreitetaber haben sich diese Cigarro's unter uns erst seit demDurchzuge der spanischen Truppen des Marquis Romanadurch Deutschland im Jahre 1808; denn da erst lernte siedas größere Publicum durch die spanischen Soldaten schätzen,welche sie als unentbehrliches Bedürsniß aus der Heimathmitbrachten. Fast hat aber in neuester Zeit der Verbrauchder, jetzt überall auch im Jnlande in zahlloser Menge durcheigene fabrikmäßig arbeitende Cigarrenmacher verfertigtenCigarro's die ruhigere Consumtion des Tabacks in den Pfeifen,schon verdrängt; zwar zum Vorlheil der Kaufleute, nichtaber zum Vortheil der Consumenten selbst, da starker Ci-
riechenden, gepulverten Tabak anzuregen, zuerst in Spanienaufkam, weshalb auch der Schnupftabak früher allgemein den Na-men Espagnol führte. Die ersten Tabaksschnupfer sollen dortum das Jahr l t>20 cristirt haben. Die in vieler Rücksicht bele-bende Wirkung des Tabakspulvers auf den Geist machte diese Sittebald allgemeiner beliebt, und namentlich ging sie von Spanien ausnach Frankreich über. Da die Königin Katharina von Medicisihrem Sohne, König Karl IX., der oft an heftigen Kopfschmerzenlitt, das Tabaksschnupfen als Heilmittel anrieth, so erhob mandiese Sitte bei Hofe und in den höheren Ständen aus Schmeicheleiund Nachahmuugssucht bald zum Modcgebrauch , und allmählig gingsie dann auch auf das gesammte Volk über; und sobald dieß einmalgeschehen war, lag es auch ziemlich nahe, daß andere Völker einGleiches thaten. Doch war auch in Deutschland und anderwärtsdas Tabaksschnupfen anfangs nur bei den höheren Ständen üblich,welche es annahmen, als der französische Hof goldne und silberneTabatieren zu verschenken begann, um einzelnen Personen eine be-sondere Gnade zu erkennen zu geben.