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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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reiz cwigcr Jugend, trugen dennoch eine geheimeZcrstörnis an Leib und Wesen; die Glieder warennoch immer bezaubernd durch süßes Ebenmaß, aberetwas abgemagert und wie überfröstelt von kaltemElend, und gar in den Gesichtern, trotz des lä-chelnden Leichtsinns, zuckten die Spuren eines ab-grundtiefen Grams. Auch statt auf schwellendenRascnbänkcn, wie die Nymphen des Julio, kauer-ten sie auf dem harten Boden unter halb entlaub-ten Eichbänmcn, wo, statt der verliebten Sonnen-lichter, die quirlenden Dünste der feuchten Hcrbst-nacht auf sie hcrabsintcrtcn . . . Manchmal erhobsich eine dieser Schönen, ergriff aus dem Reisig einenlodernden Brand, schwang ihn über ihr Haupt,gleich einem Thyrsus, und versuchte eine jener un-möglichen Tanzposituren, die wir auf etruskischenVasen gesehen . . . aber traurig lächelnd, wie be-zwungen von Müdigkeit und Nachtkälte, sank siewieder zurück ans knisternde Feuer. Besonders eineunter diesen Frauen bewegte mein ganzes Herz miteinem fast wollüstigen Mitleid. Es war eine hoheGestalt, aber noch weit mehr, als die Anderen, ab-gemagert an Armen, Beinen, Busen und Wangen,was jedoch, statt abstoßend, vielmehr zauberhaft an-ziehend wirkte. Ich weiß nicht, wie es kam, aberche ich mich Dessen versah, saß ich neben ihr am