Druckschrift 
12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen
 

- 252 —

seiner bessern Natur zum Spott, findet Heine seineFreude daran, zu diplomatisicrcn und seine Zähnezum Gcfängnisgitter seiner Gedanken zu machen,hinter welchem sie Jeder ganz deutlich sieht unddabei lacht. Denn zu verbergen, dass er Etwas zuverbergen habe, so weit bringt er es in der Ver-stellung nie. Wenn ihn der Graf Moltke in einenFederkrieg über den Adel zu verwickeln sucht, bitteter ihn, es zu unterlassen; „„denn es schien mirgerade damals bedenklich, in meiner gewöhnlichenWeise ein Thema öffentlich zu erörtern, das dieTagcslcidcnschaftcn so furchtbar ansprechen muffte.""Die Tageslcidenschaft gegen den Adel, die schonfünfzigmal dreihundert fünfundscchzig Tage dauert,könnte weder Herr von Moltke, noch Heine, nochsonst Einer noch furchtbarer machen, als sie schonist. Um von Etwas warm zu sprechen, soll manalso warten, bis die Leidenschaft, der es Nahrunggeben kann, gedämpft ist, um sie dann von Neuemzu entzünden? Das ist freilich die Weisheit derDiplomaten. Heine glaubt Etwas zu wissen, dasLafayctte gegen die Beschuldigung der Theilnahmean der Zuni-Jnsurrcktion vcrtheidigcn kann; aber„„eine leicht begreifliche Diskretion"" hält ihn ab,sich deutlich auszusprechen. Wenn Heine aus diesemWege Minister wird, dann will ich verdammt sein,