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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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nicht unbedingt richtig; er ist bloß anwendbar beijener Masse von Autoren, denen beim Schreiben nurdie augenblickliche Inspiration die Feder führt, unddie mehr dem Worte gehorchen als befehlen. BeiArtisten ist jener Grundsatz unzulässig, denn Diesesind Meister des Wortes, handhaben es zu jedembeliebigen Zwecke, prägen es nach Willkür, schrei-ben objektiv, und ihr Charakter vcrräth sich nichtin ihrem Stil.

Ob Börne ein Charakter ist, während Anderenur Dichter sind, diese unfruchtbare Frage könnenwir nur mit dem mitleidigsten Achselzucken beant-worten.

„Nur Dichter" -— wir werden unsere Gegnernie so bitter tadeln, dass wir sie in eine und die-selbe Kategorie setzen mit Dante, Milton, Cervan-tes, Camocns, Philipp Sidncy, Friedrich Schiller,Wolfgang Goethe, welche nur Dichter waren . . .Unter uns gesagt, diese Dichter, sogar der Letztere,zeigten manchmal Charakter!

„Sie haben Augen und sehen nicht, sie ha-ben Ohren und hören nicht, sie haben sogar Na-sen und riechen Nichts." — Diese Warte lassensich sehr gut anwenden auf die plumpe Menge, dienie begreifen wird, dass ohne innere Einheit keinegeistige Größe möglich ist, und dass, was cigent-