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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
234
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so dunkel, wo man aber gut schläft, fast gar zugut . . .

Ob wir einst auferstehen? Sonderbar! meineTagesgedanken verneinen diese Frage, und aus rei-nem Widerspruchsgeiste wird sie von meinen Nacht-träumen bejaht. So z. B. träumte mir unlängst,ich sei in der ersten Morgenfrühe nach dem Kirch-hof gegangen, und dort, zu meiner höchsten Ver-wunderung, sah ich, wie bei jedem Grabe ein Paarblankgcwichstcr Stiefel stand, ungefähr wie in denWirthShäuscrn vor den Stuben der Reisenden. . .Das war ein wunderlicher Anblick, es herrschteeine sanfte Stille auf dem ganzen Kirchhos, diemüden Erdcnpilgcr schliefen, Grab neben Grab,und die blankgewichsten Stiefel, die dort in langenReihen standen, glänzten im frischen Morgcnlicht,so hoffnungsreich, so verheißungsvoll, wie ein son-nenklarer Beweis der Auferstehung.

Ich vermag den Ort nicht genau zu bezeichnen,wo auf dem Perc-Lachaise sich Börne's Grab be-findet. Ich bemerke Dieses ausdrücklich. Denn wäh-rend er lebte, ward ich nicht selten von reisendenDeutschen besucht, die mich frugen, wo Börne wohne,und jetzt werde ich sehr oft mit der Frage behelligt:wo Börne begraben läge? So viel man mir sagt,liegt er unten auf der rechten Seite des Kirchhofs,