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12 (1862) Über Ludwig Börne
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er blass und mager war und sich seinen Weg anden Häusern wcitcrfühlte. Man sagte mir, es seider alte dänische Dichter Heibcrg. Auch die Dach-stube habe ich jüngst gesehen, wo der Bürger Ge-org Förster gestorben. Den Freihcitsfreunden, diein Deutschland blieben, wäre es aber noch weitschlimmer ergangen, wenn nicht bald Napoleon undseine Franzosen uns besiegt hätten. Napoleon hatgewiss nie geahnt, dass er selber der Retter derIdeologie gewesen. Ohne ihn wären unsere Philo-sophen mitsamint ihren Ideen durch Galgen undRad ausgerottet worden. Die deutschen Frciheits-frcundc jedoch, zu republikanisch gesinnt, um demNapoleon zu huldigen, auch zu großmüthig, um sichder Fremdherrschaft anzuschließen, hüllten sich seit-dem in ein tiefes Schweigen. Sic gingen traurigherum mit gebrochenen Herzen, mit verschlossenenLippen. Als Napoleon fiel, da lächelten sie, aberwchmüthig, nnd schwiegen; sie nahmen fast garkeinen Thcil an dem patriotischen Enthusiasmus,der damals mit allerhöchster Bewilligung in Deutsch-land cmporjubclte. Sie wusstcn, was sie wusstcn,und schwiegen. Da diese Republikaner eine sehrkeusche, einfache Lebensart führen, so werden sie ge-wöhnlich sehr alt, und als die Zuliusrevolutionausbrach, waren noch Viele von ihnen am Leben,

Heine's Werke. Bd. XII 15