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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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Wic Dem auch sei, es ist lcicht möglich, dassdic Sendung dieses Stammes nach nicht ganz er-füllt, und namentlich mag Dieses in Beziehung aufDeutschland der Fall sein. Auch Letzteres erwarteteinen Befreier, einen irdischen Messias -— miteinem himmlischen haben uns die Juden schon ge-segnet -— einen König der Erde, einen Rettermit Sccptcr und Schwert, und dieser deutsche Be-freier ist vielleicht Derselbe, dessen auch Israel har-ret . . .

O thcurcr, sehnsüchtig erwarteter Messias!

Wo ist er jetzt, wo weilt er? Ist er noch nn-gcboren, oder liegt er schon seit einem Jahrtausendirgendwo versteckt, erwartend dic große rechte Stundeder Erlösung? Ist cS der alte Barbarossa, der imKhffhäuser schlummernd sitzt ans dem steinernenStuhle und schon so lange schläft, dass sein wei-ßer Bart durch den steinernen Tisch durchgewachsen?. . . nur manchmal schlaftrunken schüttelt er dasHaupt und blinzelt mit den halbgcschlossencn Au-gen, greift auch wohl träumend nach dem Schwert. . . und nickt wieder ein in den schweren Jahr-tauscndschlaf!

Nein, cs ist nicht der Kaiser Rothbart, welcherDeutschland befreien wird, wic das Volk glaubt,das deutsche Volk, daö schlnmmcrsüchtigc, träumende