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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
168
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Fanatismus, den nur die Vernunft ausgebrütet hat;ferner stehen ihnen jene mächtigen Formeln zu Ge-bot, womit man den rohen Pöbel beschwört; dieWorte:Vaterland, Deutschland, Glauben der Vä-ter u. f. w." elektrisieren die unklaren Volksmasscnnoch immer weit sicherer, als die Worte:Mensch-heit, Wcltbürgerthum, Vernunft der Söhne, Wahr-heit . . .!" Ich will hiermit andeuten, dass jeneRepräsentanten der Nationalität im deutschen Bo-den weit tiefer wurzeln, als die Repräsentanten desKosmopolitismus, und dass Letztere im Kampfe mitJenen wahrscheinlich den Kürzern ziehen, wenn sieihnen nicht schleunigst zuvorkommen . . . durch diewelsche Falle.

In Revolutionszeiten bleibt uns nur die Wahlzwischen Tödten und Sterben.

Man hat keinen Begriff von solchen Zeiten,wenn man nicht Etwas gekostet hat von dem Fie-ber, das alsdann die Menschen schüttelt und ihneneine ganz eigene Denk- und Gcfühlswcise einhaucht.Es ist unmöglich, die Worte und Thaten solcherZeiten während der Windstille einer Fricdcnsperiodc,wie die jetzige, zu beurthcilen.

Ich weiß uicht, in wie weit obige Andeutungeneinem stillen Verständnis begegnen. Unsere Nach-folger erben vielleicht unsere geheimen Übel, und es