Druckschrift 
12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

— 124 —

wclchc Tabak rauchten, fast immer schwiegen undnur dann und wann einige vaterländische Donner-Worte im tiefsten Brummbass hervorsluchten. Nebenihnen hockte auch ein polnischer Wolf, welcher einerothc Mütze trug und manchmal die süßlich fade-sten Bemerkungen mit heiserer Kehle heulte. Dannfand ich dort einen französischen Affen, der zu denhässlichsten gehörte, die ich jemals gesehen; er schnittbeständig Gesichter, damit man sich das schönste dar-unter aussuchen möge. Das unbedeutendste Subjektin jener Börne'schc Menagerie war ein Herr derSohn des alten eines Weinhändlcrs in Frank-furt am Main, der ihn gewiss in sehr nüchternerStimmung gezeugt . . . eine lange hagere Gestalt,die wie der Schatten einer eam-cks-iüolog'irs-Flascheaussah, aber keineswegs wie der Inhalt derselbenroch. Trotz seines dünnen Aussehens, trug er, wieBörne behauptete, zwölf wollene Unterjacken; dennohne dieselben würde er gar nicht existieren. Börnemachte sich beständig über ihn lustig:

„Ich präsentiere Ihnen hier einen es istfreilich kein ^ erster Größe, aber er ist doch mitder Sonne verwandt, er empfängt von derselbensein Licht ... er ist ein unterthänigcr Verwandterdes Herrn von Rothschild . . . Denken Sie sich,Herr ich habe diese Nacht im Traum den Frank-