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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
116
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im Mondschein. . . Wem aber, wie meinem armenVetter, als er mal vorbeiging, einige Steine diesesübriggebliebenen Mittelalters auf den Kopf fielen(er blutete lange und leidet noch heute an derWunde), der verwünscht die Verehrer alter Ge-bäude, und segnet die tapfcrn Arbcitslcute, die solchegefährliche Ruinen niederreißen ... Ja, sie habensie niedergerissen, sie haben sie dem Boden gleichgemacht, und jetzt wachsen dort grüne Bäumchenund spielen kleine Kinder des Mittags im Son-nenlicht."

In solchen Reden gab's keine Spur der frü-heren Harmlosigkeit, und der Humor des Mannes,worin alle gemüthlichc Freude erloschen, ward mit-unter gallenbitter, blutdürstig und sehr trocken. DasAbspringen von einem Gegenstand zum andern ent-stand nicht mehr durch tolle Laune, sondern durchlaunische Tollheit, und war Wohl zunächst der bunt-scheckigen Zeitungslcktürc beizumessen, womit sich Bör-ne damals Tag und Nacht beschäftigte. Inmitten seinerterroristischen Expektorationen griff er Plötzlich zueinem jener Tagesblätter, die in großen Haufenvor ihm ausgestreut lagen, und rief lachend:

„Hier können Sie's lesen, hier steht's gedruckt:„Deutschland ist mit großen Dingen schwanger!"Ja, Das ist wahr, Deutschland geht schwanger mit