Ist vielleicht solche harmonische Vermischungder beiden Elemente die Aufgabe der ganzen euro-päischen Civilisation? Wir sind noch sehr weit ent-fernt von einem solchen Resultate. Der GriecheGoethe, und mit ihm die ganze poetische Partei, hatin jüngster Zeit seine Antipathie gegen Jerusalem fastleidenschaftlich ausgesprochen. Die Gegenpartei, diekeinen großen Namen an ihrer Spitze hat, sondernnur einige Schreihälse, wie z. B. der Jude Pust-kuchen, der Jude Wolfgang Menzel, der Jude Hcng-stenberg, Diese erheben ihr pharisäisches Zcter umso krächzender gegen Athen und den großen Heiden.
Mein Stubcnnachbar, ein Zustizrath aus Kö-nigsberg, der hier badet, hält mich für einen Pie-tisten, da er immer, wenn er mir seinen Besuchabstattet, die Bibel in meinen Händen findet. Ermöchte mich dcsshalb gern ein bisschen prickeln, undein kaustisch ostprcnßischcs Lächeln bcflimmcrt seinmageres Hagestolzes Gesicht jedesmal, wenn er überReligion mit mir sprechen kann. Wir disputiertengestern über die Dreieinigkeit. Mit dem Vater gingcS noch gut; Das ist ja der Weltschöpscr, und jedesDing muss seine Ursache haben. Es haperte schonbedeutend mit dem Glauben an den Sohn, den sichder kluge Mann gern verbitten möchte, aber jedocham Ende mit fast ironischer Gntmüthigkcit annahm.