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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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Lächeln, welches um die Lippen der anwesendenRahcl schwebte, jenes wohlbekannte, räthselhaft weh-müthige, vcrnunftvoll mystische Lächeln, gab derEmpfehlung ein noch größeres Gewicht. Rahel schiennicht bloß ans literarischem Wege über Börne un-terrichtet zu sein, und, wie ich mich erinnere, ver-sicherte sie bei dieser Gelegenheit, es existiertenBriefe, die Börne einst an eine geliebte Person ge-richtet habe, und worin sein leidenschaftlicher hoherGeist sich noch glänzender als in seinen gedrucktenAufsätzen ausspräche^). Auch über seinen Stil äußertesich Rahcl, und zwar mit Worten, die Jeder, dermit ihrer Sprache nicht vertraut ist, sehr mißver-stehen möchte; sie sagte: „Börne kann nicht schrei-ben, eben so wenig wie ich oder Jean Paul." UnterSchreiben verstand sie nämlich die ruhige Anord-nung, so zu sagen die Redaktion der Gedanken, dielogische Zusammensetzung der Rcdcthcile, kurz jeneKunst des Pcriodenbaues, den sie sowohl bei Goethe,wie bei ihrem Gemahl so enthusiastisch bewunderte,und worüber wir damals fast täglich die frucht-

*) Die erwähnte Korrespondenz — „Briefe desjungen Börne an Henriette Herz" — ist ans Varn-hagen's Nachlast (Leipzig, F. A. Brockhans, 1861) veröffent-licht worden.

Der Heransgeber.