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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
Seite
111
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Tassos Tob, III

Herzog und der Graf, Weil er den Fürsten gelästert habe und wahn-sinnig scheine, wird Tasso nach St, Annen geschleppt, Ende deszweiten Akts,

Garten zu Ferreira, Zwcigespräch des Herzogs und des Grafen,Letzterer bemerkt, man müsse Tasso streng hüten lassen. Der Herzogwill ihn nur unschädlich wissen, nämlich wegen seiner Liebe zur Prin-zessin, Diese erscheint und bittet ihren Bruder um Loslassnng desDichters, Der Herzog ist dazu geneigt, wenn sie sich nach Pnlnntventfernen wolle, Sie entschließt sich dazu, sie überträgt der GräfinSanvitale die Sorge für Tasso in ihrer Abwesenheit. Tiefer Licbcs-schmerz der Prinzessin, Ende des dritten Aktes,

Garten des Hospitals zu St, Annen, Der Beichtvater desHospitals und Leonore von Gisello; letztere als Pilger gekleidet, Sieerbittet sich von ihm die Erlaubnis, den als wahnsinnig eingesperrtenTasso zn sprechen. Schwärmerisches Gespräch zwischen diesem undLeonore; sie sagt ihm, daß sie nach dem heiligen Lande Pilgere, undgicbt ihm einen Schlüssel, nm sich durch die Pforte der Erkcrstiegezn befreien, Tasso glaubt, er habe eine Engelserscheinnng gehabt,Graf Tirabo kommt zum Beichtvater und meldet ihm, daß Tassofreigelassen werden solle, Nacht, Erker von Tassos Gemach un-weit der Brücke, die über den Fluß führt, Leonore von Gisello, imBegriff, ihre Wallfahrt anzutreten, sinkt hin auf eine Bank unterdem Erker, Die Prinzessin nebst ihrer Hofdame geht über die Brücke,nm sich nach Palanto zu begeben, Tasso erscheint am Erkerfenster,Unendlich wehmütiges Liebcsgespräch zwischen ihm und der Prin-zessin, Sie wankt fort mit ihrer Hofdame, Leonore von Gisello er-hebt sich von ihrem Sitze, fühlt sich durch das angehörte Gesprächgestärkt zur langen Wallfahrt, grüßt Tasso nochmals mit mildemWorte, und geht schnell ab, Tasso ruft verhallend:O weile, weile,verklärter Geist!"

Die Ketten fallen, und Tasso ist frei!

Er streckt die Arme aus nach der EnteilendenEnde deS vierten Aktes,

Sprechzimmer im Kloster St, Ambrogio zn Rom, Der Beicht-vater und Manso, Tassos Jugendfreund s?). Dieser ist eben in Roipangekommen und er erfährt, daß Tasso den folgenden Tag ans deinKapital gekrönt werden solle. Er will zu ihm, der Beichtvater be-merkt ihm, daß Tasso im Nebenzimmer schlafe, aber sehr trank sei,und schon von ihm das Abendmahl und die letzte Ölung empfangenhabe. Er erzählt ihm, daß Tasso eigenmächtig seiner Haft entsprungensei, jnst an dem Tage, wo der Herzog ihm die Freiheit schenkte, daßein Pilger ihm heimlich den notwendigen Schlüssel gegeben habe, daßdieser Pilger wahrscheinlich Leonore von Gisello gewesen sei, daß aberTasso ihn noch immer für einen gottgesandten Boten halte. Erschildert den Zustand, wie er Tasso wiedergefunden: