Der Schwabeiispiegcl.
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Der ^>chlvabenspiegel.
(1838.)
Vorbemerkung.
Die hier mitgeteilten Blätter wurden im Beginn des Frühlingsals Nachrede zum zweiten Teil des „Buchs der Lieder" und mit derBitte um schleunigsten Abdruck nach Deutschland gesendet. Ich dachtenun. das Buch sei dort längst erschienen, als mir vor ein paarWochen mein Verleger meldete, in einem süddeutschen Staate, wo erdas Mannskript zur Censur gegeben, habe man ihn während derganzen Zeit mit dem Imprimatur hingehalten, und er schlüge mirvor, die Nachrede als besonderen Artikel in einer periodischen Publikation vorweg abdrucken zu lassen. Indem ich sie also in solcherWeise dem verchrungSwürdigcn Leser mitteile, glaube ich, daß er ohnegroße Anstrengung seines Scharfsinns erraten wird, warum ich seitzweiundeinhalb Jahren so vielen Schlichen und Ränken begegne, wennich jene Dennnziatorcn besprechen will, die ihrerseits ganz ohne alleCensur- und Redaktionsbeschränknng den größten Teil der deutschenPressen mißbrauchen dürfen. —
Paris, im Spätherbst 1833
Heinrich Heine.
Nach Brauch und Sitte deutscher Dichterschaft sollte ich meinerGedichtsammlung, die den Titel „Buch der Lieder" führt und jüngstin erneutem Abdruck erschienen ist, auch die nachfolgenden Blättereinverleiben. Aber es wollte mich bedünkcn, als klänge in dem„Buch der Lieder" ein Grnndton, der durch Beimischung spätererErzeugnisse seine schöne Reinheit einbüßen möchte. Diese späterenProduktionen übergebe ich daher dem Publikum als besonderen Nach-trag, und indem ich bescheidentlich fühle, daß an dem Grundtondieser zweiten Sammlung wenig zu stören ist, füge ich ein drama-tisches Gedicht hinzu, welches, in einer frühesten Periode entstanden,zu einer Reihe von Dichtungen gehört, die seitdem durch betrübsamesMißgeschick unwiederbringlich verloren gegangen sind. Dieses dra-matische Gedicht (Ratcliff) kann vielleicht in der Sammlung meinerpoetischen Werke eine Lakune füllen und Zeugnis geben von Gefühlen,die in jenen verlorenen Dichtungen flammten oder wenigstens knisterten.
Etwas Ähnliches möchte ich in Beziehung auf das Lied vomTannhäuser andeuten. Es gehört einer Periode meines Lebens,wovon ich ebenfalls wenige schriftliche Urkunden dem Publikum mitteilen kann, oder vielmehr mitteilen darf.