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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Signor Spontini dort vorbeigeht, stößt er sich je-desmal an diesem Steine. Da ist unser großerMaestro Mcyerbecr viel klüger, und wenn er desAbends in die Oper ging, wusste er jenem Mar-mor des Anstoßes immer vorsichtig auszuweichen,er suchte sogar den Anblick desselben zu vermeiden;in derselben Weise Pflegen die Inden zu Rom, selbstauf ihren eiligsten Geschäftsgängen, immer einengroßen Umweg zu machen, um nicht an jenem fa-talen Triumphbogen des Titus vorbeizukommen, derzum Gedächtnis des Untergangs von Jerusalem er-richtet worden. Über Donizetti's Zustand werdendie Berichte täglich trauriger. Während seine Me-lodien frcudcgaukclnd die Welt erheitern, währendman ihn überall singt und trillert, sitzt er selbst,ein entsetzliches Bild des Blödsinns, in einem Kran-kcnhansc bei Paris. Nur für seine Toilette hatteer vor einiger Zeit noch ein kindisches Bcwusstscinbewahrt, und man musste ihn täglich sorgfältig an-ziehen, in vollständiger Gala, der Frack geschmücktmit allen seinen Orden; so saß er bewegungslos,den Hut in der Hand, vom frühesten Morgen biszum späten Abend. Aber Das hat auch aufgehört,er erkennt Niemand mehr; Das ist Menschcnschicksal.

Druck von Äacob K Holzhausen in Wien.