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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
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Ernst war hier. Der wollte aber aus Launekein Koncert geben; er gefällt sich darin, bloß beiFreunden zu spielen sund den wahrhaft Kunstver-ständigen zu gcnügenj. Dieser Künstler wird hiergeliebt und geachtet swie weniges. Er verdient es.Er ist der wahre Nachfolger Paganini's, er erbtedie bezaubernde Geige, womit der Genueser dieSteine, ja sogar die Klötze zu rühren wnsstc. Paga-nini, der uns mit leisem Bogenstrich jetzt zu densonnigsten Höhen führte, jetzt in grauenvolle Tiefenblicken ließ, besaß freilich eine weit dämonischereKraft; aber seine Schatten und Lichter waren mit-unter zu grell, die Kontraste zu schneidend, und seinegrandiosesten Naturlaute mussten oft als künstlerischeMissgriffe betrachtet werden. Ernst ist harmonischer,und die weichen Tinten sind bei ihm vorherrschend.Dennoch hat er eine Vorliebe für das Phantastische,auch für das Barocke, wo nicht gar für das Skur-rile, und viele seiner Kompositionen erinnern michimmer an die Märchcnkomödien des Gozzi, an dieabenteuerlichsten Maskcnspielc, an „venezianischenKarneval." Das Musikstück, das unter diesem Na-men bekannt ist, und unverschämterwcisc von Sivorigekapert ward, ist ein allerliebstes Kapriccio vonErnst. Dieser Liebhaber des Phantastischen kann,wenn er will, auch rein Poetisch sein, und ich habe