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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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thun, um den Spcktakcl an sich, gleichviel wie dessenVeranlassung heiße, Georg Hcrwegh, sSaphir,sFranz Lißt oder Fanny ElSler; wird Hcrwegh ver-boten, so hält man sich an Lißt, der unverfänglichund unkompromittiercnd. So dachte ich, so erklärteich mir die Lißtomanie, und ich nahm sie für einMerkmal des politisch unfreien Znstandcs jcnseitdes Rheines. Aber ich habe mich doch geirrt, undDas merkte ich erst vorige Woche im italiänischcnOpernhaus, wo Lißt sein erstes Konccrt gab undzwar vor einer Versammlung, die man wohl dieBlüthe der hiesigen Gesellschaft nennen konnte. Je-denfalls waren es wachende Pariser, Menschen, diemit den höchsten Erscheinungen der Gegenwart ver-traut, die mehr oder minder lange mitgclcbt hattendas große Drama der Zeit, darunter so viele In-validen aller Kunstgenüsse, die müdesten Männerder That, Frauen, die ebenfalls sehr müde, indemsie den ganzen Winter hindurch die Polka getanzt,eine Unzahl beschäftigter und blasierter Gcmüthcr Das war wahrlich kein deutsch-sentimentales,bcrlinisch-anempfindclndes Publikum, vor welchemLißt spielte, ganz allein, oder vielmehr nur beglei-tet von seinem Genius. Und dennoch, wie gewaltig,wie erschütternd wirkte schon seine bloße Erscheinung!Wie ungestüm war der Beifall, der ihm entgegen-