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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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überhaupt weiß, wie wenig hier von noch weit be-deutendem Pcrsonnagcn Notiz genommen wird, fin-det die Leichtgläubigkeit des Publikums sehr ergötzlich,und die plumpe Unverschämtheit der Virtuosen sehrekelhaft. Das Gebrechen aber liegt tiefer, nämlichin dem Zustand nnsrcr Tagcspressc, und dieser istwieder nur ein Ergebnis fatalerer Zustände. Ichmuss immer darauf zurückkommen, dass es nur dreiPianisten giebt, die eine ernste Beachtung verdienen,nämlich: Chopin, der holdselige Tondichter, deraber leider auch diesen Winter sehr krank und wenigsichtbar war; dann Thalberg, der musikalische Gent-leman, der am Ende gar nicht nöthig hätte, Klavierzu spielen, um überall als eine schöne Erscheinungbegrüßt zu werden, und der sein Talent auch wirk-lich nur als eine Apanage zu betrachten scheint;und dann unser Lißt, der trotz aller Verkehrtheitenund verletzenden Ecken dennoch unser thcurer Lißtbleibt, und in diesem Augenblick") wieder die schöneWelt von Paris in Aufregung gesetzt. Ja, er isthier, der große Agitator, unser Franz Lißt, der

*)nicht bloß ganz Paris, sondern sogar den sonstso ruhigen Schreiber dieser Blätter in eine Aufregung ge-setzt, die nicht abgeleugnet werden kann." schließt dieser Satzin der Angsbnrger Allgemeinen Zeitung.

Der Herausgeber.