als Amoretten gekleidet, mit seidenen Flügeln undgoldenen Köchern, und in der unmittelbarsten Nähedes kleinen Heilands wackelten zwei noch viel klei-nere, höchstens vierjährige Geschöpfchcn in altfrän-kischer Schäfcrtracht, mit bebänderten Hütchen undStäben, zum Küssen niedlich, wie Marcipanpttpp-chcn; sie repräsentierten wahrscheinlich die Hirten,die an der Krippe des Christkindes gestanden. Sollteman es aber glauben, dieser Anblick erregte in derSeele des Zuschauers die crnstvoll andächtigsten Ge-fühle, und dass es kleine unschuldige Kinder waren,die das größte, kolossalste Martyrthum tragierten,wirkte um so rührender! Das war keine Nachäffungim historischen Großstil, keine schiefmäuligc Fromm-thuerci, keine Berliner Glaubcnslttgc: — Das warder naivste Ausdruck des tiefsinnigsten Gedankens,und die herablassend kindliche Form verhinderteeben, dass der Inhalt vernichtend auf unser Gcmüthwirkte oder sich selbst vernichtete. Dieser Inhalt istja von so ungeheuerlicher Schmcrzcnsgewalt undErhabenheit, dass er die heroisch grandioseste undpathetisch ausgerecktcste Darstellungsart überragt undsprengt. Desshalb haben die größten Künstler so-wohl in der Malerei als in der Musik die übcr-schwänglichen Schrecknisse der Passion mit so viel'Blumen als möglich vcrlicblicht und den blutigen
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