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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Trotz seiner Genialität begegnet Lißt einer Op-position hier in Paris ^), die meistens aus ernst-lichen Musikern besteht und seinem Nebenbuhler,dem kaiserlichen Thalberg, den Lorber reicht.Lißt hat bereits zwei Konccrtc gegeben, worin er,gegen allen Gebrauch, ohne Mitwirkung andererKünstler ganz allein spielte. Er bereitet jetzt eindrittes Konccrt zum Besten deö Monuments vonBeethoven. Dieser Komponist muss in der Thatdem Geschmack eines Lißt am meisten zusagen. Na-mentlich Beethoven treibt die spiritualistischc Kunstbis zu jener tönenden Agonie der Erschcinungswclt,bis zu jener Vernichtung der Natur, die mich miteinem Grauen erfüllt, das ich nicht verhehlen mag,obgleich meine Freunde darüber den Kopf schütteln.Für mich ist es ein sehr bedeutungsvoller Umstand,dass Beethoven am Ende seiner Tage taub ward,und sogar die unsichtbare Tonwelt keine klingende

")die vielleicht eben durch seine Genialität hervor-gerufen ward. Diese Eigenschaft ist in gewissen Augen einungeheures Verbrechen, das man nicht genug bestrafen kann.Dem Talent wird schon nachgerade verziehen, aber gegendas Genie ist man unerbittlich!" so äußerte sich einstder selige Lord Byron, mit welchem unser Lißt viele Ähn-lichkeit bietet." lesen wir in der Angsb. Allg. Zeitung.

Der Herausgeber.