Druckschrift 
11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
314
Einzelbild herunterladen
 

314

s'aAit. Das ist noch die einzige Stelle in diesenSpontini'schen Sümpfen, wo fester Boden; diePfiffigkeit streckt hier ihre länglichtcn Ohren her-vor. Der Mann will durchaus Berlin verlassen,wo er es nicht mehr aushalten kann, seitdem dieMcyerbccr'schen Opern gegeben werden, und voreinem Jahr kam er auf einige Wochen hierher undlief von Morgen bis Mitternacht zu allen Personenvon Einfluss, um seine Berufung nach Paris zubetreiben. Da die meisten Leute hier ihn für längstverstorben hielten, so erschraken sie nicht wenig obseiner plötzlichen, geisterhaften Erscheinung. Dicränke-vollc Behendigkeit dieser todten Gebeine hatte inder That etwas Unheimliches. Herr Duponchcl, derDirektor der großen Oper, ließ ihn gar nicht vorsich und rief mit Entsetzen:Diese intrigante Mu-mie mag mir vom Leibe bleiben; ich habe bereitsgenug von den Intrigen der Lebenden zu erdul-den!" Und doch hatte Herr Moritz Schlesinger,Verleger der Mcycrbeer'schen Opern denn durchdiese gute ehrliche Seele ließ der Ritter seinen Be-such bei Herrn Duponchcl voraus ankündigenalle seine glaubwürdige Beredsamkeit aufgeboten,um seinen Empfohlenen im besten Lichte darzu-stellen. In der Wahl dieser empfehlenden Mit-telsperson bekundete Herr Spontini seinen ganzen