Mentalität, die darüber wie ein schmerzlicher Schleierausgegossen. Die Stirn ist nicht hoch, und geschei-telt fällt bis zur Schulter das köstliche, kastanien-braune Lockenhaar. Ihre Augen sind etwas matt,wenigstens sind sie nicht glänzend, und ihr Feuermag wohl durch viele Thränen erloschen oder inihre Werke übergegangen sein, die ihre Flammen-brändc über die ganze Welt verbreitet, manchentrostlosen Kerker erleuchtet, vielleicht aber auch man-chen stillen Unschuldstcmpel verderblich entzündet ha-ben. Der Autor von „Lelm" hat stille, sanfte Augen,die weder an Sodom noch an Gomorrha erinnern.Sic hat weder eine cmancipiertc Adlernase, nochein witziges Stumpfnäschen; es ist eben eine ordi-näre grade Nase. Ihren Mund umspielt gewöhn-lich ein gutmüthiges Lächeln, es ist aber nicht sehranziehend; die etwas hängende Unterlippe vcrräthermüdete Sinnlichkeit. Das Kinn ist vollflcischig,aber doch schön gemessen. Auch ihre Schultern sindschön, ja prächtig. Ebenfalls die Arme und dieHände, die sehr klein, wie ihre Füße. Die Reizedes Busens mögen andre Zeitgenossen beschreiben;ich gestehe meine Inkompetenz. Ihr übriger Körper-bau scheint etwas zu dick, wenigstens zu kurz zusein. Nur der Kopf trägt den Stempel der Idea-lität, erinnert an die edelsten Überbleibsel der gric-
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