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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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Reiz des lieblichen Verderbens, des süßen Abgrunds,desto sicherer überwältigt wird!

Die Weiber, von welchen hier die Rede, sindnicht böse oder falsch, sie sind sogar gewöhnlich vonaußerordentlicher Herzensgüte, sie sind nicht so be-trttglich und so habsüchtig, wie man glaubt, sie sindmitunter vielmehr die treuherzigsten und großmü-thigsten Kreaturen; alle ihre unreinen Handlungenentstehen durch das momentane Bedürfnis, die Rothund die Eitelkeit; sie sind überhaupt nicht schlech-ter als andre Töchter Eva's, die von Kind ausdurch Wohlhabenheit und überwachende Sippschaftoder durch die Gunst des Schicksals vor dem Fal-len und dem Noch-ticfer-fallen geschützt werden. —Das Charakteristische bei ihnen ist eine gewisse Zcr-störungssucht, von welcher sie besessen sind, nichtbloß zum Schaden eines Galans, sondern auch zumSchaden desjenigen Mannes, den sie wirklich lie-ben, und zumeist zum Schaden ihrer eignen Person.Diese Zerstörungssucht ist tief verwebt mit einerSucht, einer Wuth, einem Wahnsinn nach Genuss,dem augenblicklichsten Genuss, der keinen Tag Fristgestattet, an keinen Morgen denkt, und aller Be-denklichkeitcn überhaupt spottet. Sie erpressen demGeliebten seinen letzten Sou, bringen ihn dahin,auch seine Zukunft zu verpfänden, um nur der