lichstcn Personen gehören und nicht selten sich durchbürgerlich gute Aufführung auszeichnen; sie sindbei uns nicht durch die öffentliche Meinung wieParias ausgestoßen aus der Gesellschaft, und siefinden vielmehr in den Häusern des Adels, in denSoireen toleranter jüdischer Bankiers und sogar ineinigen honetten bürgerlichen Familien eine zuvor-kommende Aufnahme. Hier in Frankreich im Gcgcn-theil, wo so viele Vorurtheile ausgerottet sind, istdas Anathema der Kirche noch immer wirksam inBezug auf die Schauspieler; sie werden noch im-mer als Verworfene betrachtet, und da die Men-schen immer schlecht werden, wenn man sie schlechtbehandelt, so bleiben mit wenigen Ausnahmen dieSchauspieler hier im verjährten Zustande des glän-zend schmutzigen Zigeuncrthums. Thalia und dieTugend schlafen hier selten in demselben Bette, undsogar unsre berühmteste Melpomene steigt manch-mal von ihrem Kothurn herunter, um ihn mit denliederlichen Pantöffclchen einer Philine zu vertauschen.
Alle schöne Schauspielerinnen haben hier ihrenbestimmten Preis, und die, welche um keinen be-stimmten Preis zu haben, sind gewiss die thcuer-sten. Die meisten jungen Schauspielerinnen werdenvon Verschwendern oder reichen Parvenüs unter-halten. Die eigentlichen unterhaltenen Frauen, die