unter meinen Landsleuten, die am wenigsten Ta-lent für die edle Schauspielkunst besitzen, widmensich dem Theater und werden Akteure."
Ich habe selbst früher bemerkt, dass das öffent-liche Leben in Frankreich, das Rcpräscntativsystemund das politische Treiben, die besten schauspiele-rischen Talente der Franzosen absorbiert, und dcss-halb auf dem eigentlichen Theater nur die Medio-kritäten zu finden sind. Dieses gilt aber nur vonden Männern, nicht von den Weibern; die franzö-sische Bühne ist reich an Schauspielerinnen vomhöchsten Werth, und die jetzige Generation über-flügelt vielleicht die frühere. Große, außerordent-liche Talente bewundern wir, die sich hier um sozahlreicher entfalten konnten, da die Frauen durcheine ungerechte Gesetzgebung, durch die Usurpationder Männer, von allen politischen Ämtern undWürden ausgeschlossen sind und ihre Fähigkeitennicht auf den Brettern des Palais Bourbon und desLuxcmbourg geltend machen können. Ihrem Drangnach Öffentlichkeit stehen nur die öffentlichen Häuserder Kunst und der Galanterie offen, und sie wer-den entweder Aktricen oder Loretten, oder auch Bei-des zugleich, denn hier in Frankreich sind diese zweiGewerbe nicht so streng geschieden, wie bei nnS inDeutschland, wo die Komödianten oft zu den repntier-
Heine's Werke. Bd. XI. 19