Gocthc's, sein wahres Vaterland ist das Traum-reich der Poesie. Wenn er am Klavier sitzt undimprovisiert, ist es mir, als besuche mich ein Lands-mann ans der geliebten Heimat und erzähle mir diekuriosesten Dinge, die während meiner Abwesenheitdort passiert sind . . . Manchmal möcht' ich ihnmit Fragen unterbrechen: Und wie geht's der schö-nen Nixe, die ihren silbernen Schleier so kokett umdie grünen Locken zu binden wusste? Verfolgt sienoch immer der weißbärtige Mecrgott mit seinernärrisch abgestandenen Liebe? Sind bei nnS dieRosen noch immer so flammcnstolz? Singen dieBäume noch immer so schön im Mondschein? . . .
Ach! es ist schon lange her, dass ich in derFremde lebe, und mit meinem fabelhaften Heim-weh komme ich mir manchmal vor, wie der flie-gende Holländer und seine Schiffsgcnossen, die ansden kalten Wellen ewig geschaukelt werden und ver-gebens zurückverlangen nach den stillen Kaien, Tul-pen, Myfrowcn, Thonpfcifen und Porzcllantassenvon Holland . . . „Amsterdam! Amsterdam! wannkommen wir wieder nach Amsterdam!" seufzen sieim Sturm, während die Henlwindc sie beständighin und her schleudern auf den verdammten Wo-gen ihrer Wasserhöllc. Wohl begreife ich den Schmerz,womit der Kapitän des verwünschten Schiffes einst