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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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sini's, und der Du. Marx behandelte ihn mit einergewissen Herablassung, mit einer leutseligen Ober-hohcitsmicne, worüber ich jetzt herzlich lachen muss.Der Rossinismus war damals das große VerbrechenMchcrbcer's; er war noch weit entfernt von derEhre, um seiner selbst willen angefeindet zu wer-den. Er enthielt sich auch wohlweislich aller An-sprüche, und als ich ihm erzählte, mit welchem En-thusiasmus ich jüngst in Italien seinen „Crociato"aufführen sehen, lächelte er mit launiger Wehmuthund sagte: „Sie kompromittieren sich, wenn sie micharmen Jtaliäner hier in Berlin loben, in dcr Haupt-stadt von Sebastian Bach!"

Meycrbeer war in dcr That damals ganz einNachahmer dcr Jtaliäner geworden. Der Missmuthgegen den fcuchtkalten, verstandeswitzigcn, farblosenBerlinianismus hatte frühzeitig eine natürliche Re-aktion in ihm hervorgebracht; er entsprang nachItalien, gcnoss fröhlich seines Lebens, ergab sichdort ganz seinen Privatgcfühlen, und komponiertedort jene köstlichen Opern, worin der Rossinismusmit der süßesten Übertreibung gesteigert ist; hier istdas Gold noch übergüldet und die Blume mit nochstärkeren Wohldüften Parfümiert. Das war dieglücklichste Zeit Mcycrbecr's, er schrieb im ver-gnügten Rausche der italiänischen Sinnenlust, und