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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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der Harmonie; in dem Strome der harmonischenMassen verklingen, ja ersäufen die Melodien, wiedie besonderen Empfindungen des einzelnen Men-schen untergehen in dem Gesammtgcftthl eines gan-zen Volkes, und in diese harmonischen Ströme stürztsich gern unsre Seele, wenn sie von den Leiden undFreuden des ganzen Menschengeschlechts erfasst wirdund Partei ergreift für die großen Fragen der Ge-sellschaft. Mcycrbccr's Musik ist mehr social als in-dividuell; die dankbare Gegenwart, die ihre innerenund äußeren Fehden, ihren GcmüthSzwicspalt undihren Willcnskampf, ihre Roth und ihre Hoffnungin seiner Musik wiederfindet, feiert ihre eigene Lei-! denschaft und Begeisterung, während sie dem großenMaestro applaudiert. Rossini's Musik war angemes-sener für die Zeit der Restauration, wo, nach gro-ßen Kämpfen und Enttäuschungen, bei den blasier-ten Menschen der Sinn für ihre großen Gesammt-intercssen in den Hintergrund zurückweichen mussteund die Gefühle der Jchhcit wieder in ihre legi-timen Rechte eintreten konnten. Nimmermehr würdee Rossini während der Revolution und dem Empireseine große Popularität erlangt haben. RobcspicrreHütte ihn vielleicht antipatriotischcr, moderantistischerMelodien angeklagt, und Napoleon hätte ihn gewiss

Heinc 's Werke. Bd. XI.