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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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nur armselig abgestohlen. Denn die Franzosen be-gehen nicht bloß Gedankcnplagiate, sie entwendennns nicht bloß poetische Figuren und Bilder, Ideenund Ansichten, sondern sie stehlen uns auch Empfin-dungen, Stimmungen, Seclenznstände, sie begehenGefühlsplagiate. Dieses gewahrt mau namentlich,wenn Einige von ihnen die Gemnthsfasclcicn derkatholisch-romantischen Schule aus der Schlegelzeitjetzt nachhenchcln.

Mit wenigen Ausnahmen, können alle Fran-zosen ihre Erziehung nicht verleugnen; sie sind mehroder weniger Materialisten, je nachdem sie mehroder weniger jene französische Erziehung genossen,die ein Produkt der materialistischen Philosophieist. Daher ist ihren Dichtern die Naivctät, dasGcmüth, die Erkenntnis durch Anschauungen unddas Aufgehen im angeschauten Gegenstände versagt.Sie haben nur Reflexion, Passion und Sentimen-talität.

Ja, ich möchte hier zu gleicher Zeit eine An-deutung aussprechen, die zur Beurthcilung mancherdeutschen Autoren nützlich wäre: Die Sentimentalitätist ein Produkt des Materialismus. Der Materialistträgt nämlich in der Seele das dämmernde Bewusst-scin, dass dennoch in der Welt nicht Alles Materie