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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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beklemmt. Die Konversation in diesen Lustspielen isterlogen, sie ist immer nnr banchredncrisch vielstim-miger Monolog, ein ödes Ablagern von lauter Hage-stolzen Gedanken, Gedanken, die allein schlafen, sichselbst des Morgens ihren Kasse kochen, sich selbstrasieren, allein spazieren gehen vors BrandenburgerThor, und für sich selbst Blumen pflücken. Wo erFrauenzimmer sprechen lässt, tragen die Redens-arten unter der weißen Mussclinrobc eine schmie-rige Hose von Gcsundheitsflancll und riechen nachTaback und Juchten.

Aber unter den Blinden ist der Einäugige Kö-nig, und unter unfern schlechten Lustspicldichtcrn istRaupach der beste. Wenn ich schlechte Lustspicldichtersage, so will ich nur von jenen armen Teufeln re-den, die ihre Machwerke unter dem TitelLustspiele"aufführen lassen, oder, da sie meistens Komödianten,selber auffuhren. Aber diese sogenannten Lustspielesind eigentlich nnr prosaische Pantomimen mit tra-ditionellen Masken: Väter, Böscwichtcr, Hofräthc,Chevaliers, der Liebhaber, die Liebende, die Sou-brette, Mütter, oder wie sie sonst benannt werdenin den Kontrakten unserer Schauspieler, die nur zudcrglcjchen feststehenden Rollen, nach herkömmlichenTypen, abgerichtet sind. Gleich der italiänischcn Mas-kenkomödie ist unser deutsches Lustspiel eigentlich nnr